Zeit, die man hören kann – Mechanische Uhrwerke

28 Jun 9:55 am

Bildquellenangabe: Joerg Schaefer / pixelio.de

Mechanische Uhrwerke werden immer seltener eingesetzt, obgleich sie alle kleine Meisterleistungen der Technik sind. Wer ein solches Wunderwerk in die Hand nimmt, kann sogar spüren und hören, wie die Zeit verrinnt.

Von Unruh, Unrast und Ticken

Seit der Erfindung der elektronischen Uhr hat sich diese Form des Uhrwerks stetig und schnell verbreitet und das mechanische Uhrwerk verdrängt. Vielen ist aber noch das obligatorischen Ticken einer Uhr geläufig. Was genau passiert eigentlich in einem mechanischen Uhrwerk? Das mechanische Uhrwerk ist eigentlich ein Getriebe, in dem Räder mit einer gleichbleibenden Winkelgeschwindigkeit laufen. Es wird durch mechanische Energie angetrieben und zeigt die Zeit durch Drehbewegungen der Zeiger an. Die Grundbestandteile eines mechanischen Uhrwerks sind: Antrieb (z.B. Feder, Gewicht), Anzeige (Zeiger), Hemmung, Schwingvorrichtung (z.B. Unruh, Pendel).

Kleine und große mechanische Uhrwerke

Mechanische Uhrwerke wurden in allen Bereichen des Lebens verwendet. Dabei unterschied man kleine und große Uhrwerke. Zu den kleinen gehören insbesondere die Taschen- und die Armbanduhr. Der Antrieb erfolgte bei diesen Uhren mit einem Federantrieb, der regelmäßig durch Drehen aufgezogen werden musste. Die ersten Taschenuhren gab es bereits im 15. Jahrhundert. Großuhren nannte man all die Uhren, die man nicht mit sich herum trug, die ortsfest installiert wurden. Beispiele sind für eine Großuhr die Wohnzimmeruhr, die Standuhr oder die Wanduhr. Noch weit größere Uhren gab es an Gebäuden, zum Beispiel die Turmuhr.

Wie funktioniert ein mechanisches Uhrwerk

Wer jemals das Innere eines mechanischen Uhrwerks gesehen hat, weiß wie viele kleine Zahnräder dort miteinander verbunden sind. Diese werden durch den Antrieb, zum Beispiel eine gespannte Feder oder ein Pendel, in Gang gesetzt. Sie übertragen die Energie des Antriebs über Stirnzahnräder und Triebe zur Hemmung. Die Hemmung sorgt dafür, dass die Energie nicht ungebremst und ungleichmäßig verbraucht wird. Die nun geregelte Energie wird an den Gangregler weitergeben. Dieser löst das Laufwerk in gleichen Zeitabständen aus – er gibt den Takt vor. Die Anzeige der Zeit erfolgt am Ende über das Zeigerwerk.

Sind mechanische Uhrwerke zeitgemäß?

Die Vorteile von elektronischen Uhrwerken machen sich vor allem im Alltag bemerkbar: Sie sind genauer, langlebiger, störungsunanfälliger und müssen nicht regelmäßig mit mechanischer Energie gefüttert werden. Ihnen fehlt es jedoch ein wenig an Atmosphäre – das Ticken des Uhrwerks, das den Ablauf der Zeit symbolisiert, die Bewegung im Uhrwerk, die man spüren kann, wenn man das Gehäuse einer mechanischen Uhr berührt. Dazu kommt eine Optik, die sehr gut in die aktuelle Retro oder Vintage Bewegung passt.

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