Wie lässt sich die Zeit in den Griff bekommen?

19 Nov 10:00 am

Uhren, wie man sie heute kennt, gelten gemeinhin als Erfindung und Entwicklung der Neuzeit. Doch schon am Anfang der Zivilisation hat der Mensch versucht, die Zeit zu messen, schließlich waren Uhren und Kalender für die bäuerlich geprägten ersten Hochkulturen extrem wichtig. Deshalb arbeiteten die alten Ägypter, aber auch die Chinesen schon im dritten vorchristlichen Jahrtausend mit Sonnenuhren.Eine wichtige Grundlage, auf die sich auch die heutigen Uhrmacher noch stützen, schufen schließlich um 2.000 vor Christus die Babylonier: Sie entwickelten ein Zahlensystem auf der Basis der Zahl 60, von dem sich später das für die Zeitmessung wichtige Zwölfersystem ableitete. Die Uhren, welche auf der Beobachtung von Himmelskörpern basierten, hatten jedoch einen gravierenden Nachteil: Bei wolkenverhangenem Himmel oder nachts konnte die Zeit nicht gemessen werden. Deshalb wurden auch schon früh andere Systeme entwickelt, beispielsweise die ägyptische Wasseruhr, Sanduhren, Kerzenuhren oder Räucherstäbchenuhren, die vor allem in Indien und Tibet weit verbreitet waren.

In Europa wurde die Uhrentechnologie etwa im 13. Jahrhundert auf ein neues Niveau gehoben, als die sogenannten Spindeluhren entwickelt wurden. Für die nächsten Jahrhunderte blieben sie das Standardgerät für die Messung der Zeit. Erst im 16. Jahrhundert wurden dann federgetriebene Uhren, um 1650 Pendeluhren, erfunden.

Die präzisesten Uhren, die heute gebaut werden, sind Atomuhren. Sie werden in erster Linie dafür verwendet, um andere Uhren zu eichen. Der Grund: Die Abweichung einer Atomuhr beläuft sich auf wenige Sekunden innerhalb von Jahrtausenden. Auf Basis von Atomuhren wurde 1968 auch das System der Weltzeit eingeführt. Der amerikanische Physiker Isidor Isaac Rabi gilt als Vater der Atomuhr, auf dessen Grundlagen 1949 die erste Uhr gebaut wurde. Bei den ersten Atomuhren handelte es sich um Caesium-Atomuhren. Seit wenigen Jahren wird jedoch an optischen Atomuhren gebaut, welche die Zeit noch präziser messen sollen. Die aktuellen Atomuhren sind um den Faktor 50 genauer als ihre ersten Vorläufer.

Bildquelle: Jörg Triebel / Pixelio

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