Uhrenherstellung im Schwarzwald früher

12 Feb 10:00 am

Wenn es um Uhren geht, kann man den Schwarzwald ruhigen Gewissens als die deutsche Schweiz bezeichnen. Denn hier reicht die Tradition der Uhrenherstellung bis ins 18. Jahrhundert zurück. Als Hochburg gilt die Region zwischen Neustadt und St. Georgen.

Die Böden waren vor allem in den höheren Lagen des Schwarzwaldes karg und lieferten nur einen bescheidenen Ertrag. Deshalb besserten die Einwohner ihr Einkommen dadurch auf, dass sie im Winter Gebrauchsgegenstände wie Teller, Schaufeln oder Eimer aus Holz anfertigten. Die ersten Uhrmacher stellten hier ab der Mitte des 17. Jahrhunderts Holzräderuhren her. Allerdings ruhte dieses Handwerk etwa fünf Jahrzehnte lang bis 1720 Uhr.

Der relativ günstige Werkstoff Holz ermöglichte es nicht nur wohlhabenden Bürgern, Uhren zu erwerben. Natürlich wurde auch ständig an der Verbesserung der Qualität gearbeitet. So wurden beispielsweise schon bald Messingräder in die Uhrwerke eingebaut.

Ein anderer Industriezweig, nämlich die Glasmacherei, sorgte für eine weite Verbreitung der Uhren aus dem Schwarzwald. Die Glasmacher ließen ihre Produkte nämlich von den sogenannten Glasträgern bis nach Frankreich und in die Schweiz liefern. Die ersten Uhrmacher nutzten diesen praktischen Vertriebsweg und gaben den Glasträgern einfach ihre Uhren mit.

Die ersten Uhrenhersteller sind im Schwarzwald seit 1740 belegt. Doch die Uhrmacher produzierten sehr viel mehr Uhren, als sie in der Region verkaufen konnten. Das europäische Ausland wie Österreich, Frankreich, Italien, Großbritannien und die Niederlande waren zunächst die wichtigsten Märkte für sie. Etwas später kamen auch das Osmanische Reich und Russland hinzu, wobei Großbritannien und Frankreich die wichtigsten Absatzmärkte blieben.

Um ihre Uhren zu verkaufen, schlossen sich die kleinen Uhrmacher zusammen und reisten in die Exportländer. Ihre Ware ließen sie sich nachschicken und lagerten diese ein. Mit wenigen Uhren im Gepäck reisten sie anschließend durch das Land und verkauften sie in den Dörfern des Landes. Diesen Handel nahmen allerdings etwa ab 1790 Handelsgesellschaften in die Hand.

Bildquelle: H.D. Volz/ Pixelio

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