Licht und Zeitmesser in einem: die Öllampenuhr

04 Feb 10:00 am

Nach einem ähnlichen Prinzip wie die Kerzenuhr funktioniert die Öllampenuhr: Die verstrichene Zeit wird danach bemessen, wie viel Brennmaterial bereits verbrannt ist. Dafür wurden Markierungen an einem gläsernen Behälter, in dem das Öl für die Lampe eingefüllt wurde, angebracht.

Wer die Öllampenuhr erfunden hat, verliert sich im Dunkel der Geschichte. Erstmals verwendet wurden Öllampenuhren in Mitteleuropa im 16. Jahrhundert. Ab Mitte dieses Jahrhunderts erfreuten sie sich großer Verbreitung. Die gläsernen Öllampenuhren wurden etwa bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts von großen Teilen der Bevölkerung verwendet. Dann wurden sie von Modellen abgelöst, bei welchen sowohl das Gestell als auch die Stundenskala aus Zinn angefertigt wurden.

Im Prinzip ist die Öllampenuhr nichts weiter als eine Öltischlampe. Allerdings hat der Glasbehälter auf der Unterseite eine kleine Öffnung für den Docht, der das Öl ansaugt. Der Docht war von der Stärke her so gewählt, dass er das Öl im Vorratsbehälter möglichst genau nach der vorgegebenen Zeitskala aufbraucht. Als Brennstoff diente in der Regel das dunkelbraune Ruböl oder Tran, der aus dem Fettgewebe von Meeressäugern hergestellt wurde. Letzterer war allerdings beliebter, weil er gleichmäßiger abbrannte als Öl.

Wer die Öllampenuhr abends befüllte und entzündete, hatte nachts den Vorteil, dass er eine Beleuchtungsquelle und einen Zeitmesser in einem besaß. Allerdings waren zumindest die ersten Modelle der Öllampenuhren äußerst ungenau. Der Grund: Das Brennmaterial wurde nur sehr ungleichmäßig verbraucht und war außerdem abhängig vom Druck, der in dem Vorratsbehälter herrschte. Folglich waren die ersten Abendstunden meist sehr viel kürzer als die späteren Stunde. Später bekam der Vorratsbehälter der Öllampenuhren deshalb eine andere Form: Er war oben breiter als auf der Unterseite und ähnelte einer Birne, die auf dem Kopf stand. Mit dieser Veränderung gelang es, die Länge der verstreichenden Stunden wenigstens annähernd gleich zu halten. Bekannt sind Öllampenuhren übrigens auch unter den Namen Öluhr oder Zeitlampe.

Bildquelle: CISprenger/ Pixelio

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