Lenzkirch: Prachtstücke für Sammler

18 Feb 10:00 am

Uhren gelten als wahre Prachtstücke für die Sammler und Fans von Antiquitäten. Als besondere Perlen gelten die Uhren der Aktiengesellschaft für Uhrenfabrikation Lenzkirchen, kurz Lenzkirchen. In der 80jährigen Unternehmensgeschichte wurde die Firma bei internationalen Ausstellungen wie der Weltausstellung in Paris 15mal ausgezeichnet. Sie war einer der führenden Uhrenhersteller im Schwarzwald und produzierte insgesamt mehr als zwei Millionen Großuhren produziert. 1927 geriet sie in finanzielle Schwierigkeiten und wurde von Junghans übernommen.

Nach seiner Ausbildung zum Spieluhrmacher reiste Eduard Hauser in die wichtigsten Zentren für Uhrmacher in die Schweiz, nach Frankreich und England. Denn die Uhren aus dem Schwarzwald boten um 1840 nur eine geringe Qualität. Anschließend eröffnete er zusammen mit seinem Lehrherrn, Ignaz Schöpperle, einen Uhrmacherbetrieb.

Die beiden starteten mit der Herstellung präziser Teile für Uhren, die sie an andere Uhrmacher weiterverkauften. Um die Kapitaldecke, die durch teure Anschaffungen von Maschinen und einen aufwendigen Vertrieb belastet wurden, zu erhöhen, gründeten sie zusammen mit fünf anderen Unternehmern am 31. August 1851 eine Aktiengesellschaft.

Eduard Hauser war technischer Leiter der Firma und galt als hervorragender Ingenieur, der zahlreiche Präzisionsmaschinen entwickelte. Diese technische Brillanz ermöglichte der Firma ein schnelles Wachstum. Dennoch geriet das Unternehmen in den 1920er Jahren in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die Gründe dafür waren neben der Weltwirtschaftskrise auch ein hoher Konkurrenzdruck und Missmanagement. Zudem weigerte man sich, auf den Qualitätsanspruch zu verzichten und günstige Massenware zu produzieren.

Uhren aus dem Hause Lenzkirchen sind für den Laien erst ab dem Jahr 1871 erkennbar. Erst dann wurde nämlich ein Markenzeichen als Gravur eingefügt. Es zeigt die verschlungenen Buchstaben A, L und G, das später durch die Gravur GUF ersetzt wurde. Am bekanntesten sind allerdings die Markenzeichen “Lenzkirch” oder “A.G.U.”, die ab 1875 eingeführt wurden. Die Uhrwerke besitzen außerdem eine Seriennummer. Allerdings lassen sich diese Nummern nur schwierig datieren. Niedrige Nummern wurden beispielsweise nach dem Ersten Weltkrieg doppelt vergeben.

Bildquelle: Rob Otter/ Pixelio

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