Girard-Perregaux – Historische Taschenuhren in Neuchâtel ausgestellt

29 Jul 1:45 pm

Foto: Watchtime.net

Das Schweizer Museum für Völkerkunde in Neuchâtel zeigt im Rahmen der Sonderausstellung “Imagine Japan” Taschenuhren von François Perregaux. Diese Uhren waren die Ersten, die von der Schweiz nach Japan exportiert wurden. Der Herstellungszeitraum der Uhren wird auf die Jahre 1850 bis 1875 datiert.

Perregaux als erster Schweizer Uhrmacher in Japan

Als Sohn der Uhrmacherfamilie Perregaux ging François im Alter von 26 Jahren 1860 nach Yokohama und gründete ein Exportbüro für das Unternehmen Girard-Perregaux, welches von seiner Schwester Marie und ihrem Mann Constant Girard gegründet wurde. Er war in ganz Japan der erste Kaufmann für Schweizer Uhren, die schon damals auf der Welt für ihre hohe Qualität bekannt waren. Nachdem im Jahr 1864 die diplomatischen Beziehungen zwischen Japan und der Schweiz aufgenommen wurden, eröffnete François Perregaux 1865 eine Filiale mit eigener Herstellung in Yokohama. Die jetzt in Neuchâtel ausgestellten Uhren kommen aus dem Museum des Unternehmens und werden noch bis zum 19.04.2015 zu sehen sein. Es handelt sich dabei um die ersten Zeitmesser, die Perregaux nach Japan exportiert hat. Die Uhren sind durch zahlreiche Verzierungen wahre Hingucker und weiterhin voll funktionsfähig.

Sonderaustellung zum Friedensvertrag

Die Ausstellung “Imagine Japan” im Völkerkundemuseum wurde am 06.02.2014 eingeweiht, genau 150 Jahre nach der Unterzeichnung des Handels- und Freundschaftsvertrags zwischen den Staaten. Bis April 2015 können hier unzählige Exponate zur Beziehung der Länder begutachtet werden. Neben den Uhren selbst zählen Fotos von Aimé Humbert, dem Unterzeichner des Handelsvertrags, zu den Highlights für Liebhaber von Girard-Perregaux. Humbert war Gesandter der Schweizer Regierung in Japan und von ihm stammen zahlreiche Fotos vom “Land der aufgehenden Sonne” aber auch von Perregaux selbst, da sich die beiden kannten. Humbert fotografierte Perregaux während seiner Arbeit und auch nach der Abreise des Diplomaten blieben die Beiden in Kontakt, da der Uhrmacher die Verbindung zwischen der Schweiz und Japan für Humbert offen hielt.

Nicht nur für Girard-Perregaux-Liebhaber

Das Museum für Völkerkunde ist von Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Der normale Eintrittspreis liegt bei 8 Schweizer Franken. Die Beschilderung der Ausstellungsgegenstände erfolgt auf Englisch und Französisch. Neben den Uhren gibt es Einblicke in Japans Religionen, Landschaften, Kampfsportarten, dem Stadtleben, Mangas und der Lolita-Szene. Freunde des fernöstlichen Landes werden sich schnell in den zahlreichen Exponaten verlieren. Eine Reise in das Museum in Neuchâtel, gelegen an den Bergen des Neuenburger Sees in der Romandie, ist auf jeden Fall eine Reise wert.

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