Gefälschte Uhren: Der Kampf gegen das Plagiat

14 Mar 4:51 pm

Luxusuhren gelten heute mehr denn je als Prestigeobjekte der Reichen und Schönen. Mit Preisen jenseits von Gut und Böse übertreffen sie so manchen Kleinwagen und lassen die Herzen echter Kenner höher schlagen. Ein idealer Markt für Fälscher und Schwindler, der zu milliardenschweren Verlusten in der Branche führt. Besonders die Professionalität und Detailgenauigkeit lassen es immer schwieriger werden das Original vom Plagiat zu unterscheiden. Mit diesen Tipps erkennt jeder, ob auch Rolex drin, statt nur drauf ist.

 

Qualität von Fälschungen nimmt zu

 

Immer ausgefeiltere Nachahmungen moderner Uhren alarmieren Behörden und Hersteller. „Die Fälscher beherrschen nunmehr die Herstellung von ultra-komplizierten Uhrwerken“, sagt Michel Arnoux, Chef der Antifälschungs-Abteilung des Verbandes der Schweizerischen Uhrenindustrie, gegenüber swsissinfo.ch. Oftmals können nur Experten die Plagiate erkennen und Ermittlungen gegen die Hintermänner einleiten. Der ahnungslose Kunde hat in der Regel kaum eine Chance dem Fehlkauf zu entgehen. Durch die wenigen Standorte der Unternehmen nutzen eine Vielzahl der potenziellen Käufer den Online-Markt. Dieser Fakt macht es den Plagiatherstellern noch leichter ihre Ware zu verkaufen, da lediglich Bilder des Produkts gezeigt werden.

 

Hohe Verluste der Uhrenindustrie

 

„Die Fälschungen kosten die Uhrenindustrie jährlich Milliarden von Franken“, erklärt Swatch-Group-Chef Nick Hayek auf 20min.ch. Dabei sind es nicht vorrangig Touristen, die sich im Urlaub eine Rolex für 30 Euro kaufen, die das Geschäft schädigen. Es sind die professionellen Plagiate mit komplexen Systemen, die dem Ruf und dem Geldbeutel der Uhrenindustrie langsam die Puste ausgehen lassen.

 

Originale von Fälschungen unterscheiden lernen

Wer nicht auf die Billigware hereinfallen will, sollte beim Uhrenkauf  einige Dinge genau beachten, die Auskunft über die Echtheit des jeweiligen Fabrikats geben.

 

  • Das Glas von hochwertigen Uhren wird aus hochwertigem Saphirglas hergestellt. Sollte die kleinste Unreinheit auf der Glasoberfläche zu sehen sein, handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine Fälschung.
  • Die Gravur sollte in jedem Fall absolut akkurat, ohne Lücken und an der richtigen Stelle aufgetragen sein.
  • Über das Gewicht lässt sich schnell herausfinden, ob die Uhr echt oder falsch ist. Luxusuhren arbeiten mit einem schweren, mechanischen Uhrwerk. In den Imitaten sind oft die billigeren Quarz-Uhrwerke verbaut, die man an dem springenden Sekundenzeiger erkennt.
  • Am Armband erkennt man Nachahmungen ebenso schnell. Von Lederbändern mit unsaubere Nähten oder sehr zerkratze Edelstahl-Varianten sollte man die Finger lassen.
  • Viele moderne Uhren besitzen eine individuelle Zeigerart. Weicht die Machart, Länge oder Breite von Minuten- und Sekundenzeiger voneinander ab, ist das ein sicheres Zeichen sich dagegen zu entscheiden.
  • Ein original-aussehendes Siegel (SGS, CE-Kennzeichnung) lässt noch lange keine Rückschlüsse über die Originalität der Uhr zu
  • Einige namenhafte Hersteller liefern ein Garantieschein oder Echtheitszertifikat zum Schutz vor Fälschungen mit dem Produkt aus.

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