Die Zeit aus den Sternen lesen

27 Jan 10:00 am

Fast so alt wie die Menschheit ist das Bestreben, die Geheimnisse der Zeit zu ergründen. Die vorgeschichtlichen Kulturen versuchten, aus dem Lauf der Gestirne die Jahreszeiten oder drohende Naturkatastrophen herauszulesen. Schließlich entschied die Aussaat zum richtigen Zeitpunkt nicht selten über das Schicksal des ganzen Volkes. Zu diesem Zweck entwickelten die Ägypter die sogenannte Sternenuhr.

Die älteste Sternenuhr, mit welcher die Ägypter die Nachtstunden maßen, ist für einen Zeitraum ab etwa 2.000 vor Christus belegt. Die Grundlagen für die Methode der ägyptischen Zeitmessung schuf der Ägyptologe Ludwig Borchardt. Er konnte anhand von verschiedenen Funden rekonstruieren, dass die Zeitmessung damals in erster Linie durch astronomische Beobachtungen durchgeführt wurde. Gefunden wurden die Sternuhren schließlich in Särgen aus Theben, Assuan, Assiut und Gebelein.

Um stets die Zeit lesen zu können, teilten die alten Ägypter Tag und Nacht in jeweils zwölf Stunden auf, die allerdings je nach Jahreszeit unterschiedlich lang waren. Während nachts die Sternenuhr zur Zeitmessung diente, wurde tagsüber die Schattenuhr benutzt. Bei der Sternenuhr orientierte man sich an den sogenannten Dekan-Sternen, welchen fixe Himmelspositionen zugeordnet waren. Acht von diesen Sternen befanden sich im Osten und standen für die Geburtssterne. Neun Sterne im Westen symbolisierten den Tod, weitere zwölf Sterne befanden sich in der Mitte des Firmaments.

Etwas ausführlicher war die Sternenuhr in der 20. Dynastie um 1.100 vor Christus. Diese Sternenuhren bestehen aus 24 Tafeln, in dem die zwölf Monate des Jahres zusammengefasst waren. Der Zeitraum zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang wurde in 13 Stunden aufgeteilt.

Grundsätzlich war das ägyptische Jahr in 36 Wochen zu je zehn Tagen eingeteilt. Dazu gab es fünf Schalttage, die als kleines Jahr bezeichnet wurden. Wie in anderen Kulturen wurden auch in Ägypten diese fünf Schalttage Dämonen zugeordnet. In Deutschland kennt man eine ähnliche Einteilung mit den 13 Raunächten nahe der Jahreswende.

Bildquelle: Caroline Lang/ Pixelio

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