Die Magie der Zeit

11 Nov 10:00 am

Seit jeher fasziniert der Wandel der Zeit die Menschen. Eine ganz besondere Bedeutung wird seit Alter her den Raunächten zwischen Weihnachten und Neujahr zugeschrieben. Angeblich sollten Geister in den längsten Nächten des Jahreslaufes ihr Unwesen treiben. Und angeblich soll der Mensch in diesen Nächten auch einen Blick auf die Zukunft erheischen können. Noch heute erinnert das Bleigießen an Silvester an diese Tradition. Der Volksglaube spricht auch davon, dass in manchen Nächten Schlag Mitternacht die menschliche Sprache sprechen und voraussagen, was die Zukunft bringt. Doch wer die Tiere sprechen hört, soll unmittelbar darauf sterben.

Besonders gruselig erschien den Menschen die Silvesternacht, die den zeitlichen Mittelpunkt der Raunächte bildete. Angeblich standen die Pforten ins Reich der Geister offen, und die Seelen der Verstorbenen sowie Geister brechen dann zur wilden Jagd auf. Menschen, die einen Pakt mit dem Teufel geschlossen haben, sollten sich in dieser Nacht in Werwölfe verwandeln und Menschen und Tiere bedrohen.

Auch den Kindern, die in einer Raunacht geboren wurden, werden besondere Kräfte zugeschrieben. Kinder, die in dieser Zeit an einem Samstag geboren wurden, konnten sowohl Geister als auch wiederkehrende Tote erkennen und bekämpfen. Dieser Glaube wandelte sich erst, als sich das Christentum ausbreitete, nun wurde den Kindern, die an einem Sonntag geboren wurden, besondere Kräfte zugeschrieben. Nur in der orthodoxen Kirche spricht man nach wie vor von den Samstagskindern, die sich oft als Vampirjäger betätigten. Schwangere Frauen fürchteten vor allem eine Geburt am Weihnachtsabend, das wurde als eine Verhöhnung von Christi Geburt empfunden.

Woher sich der Begriff ableitet, ist unklar, vermutlich stammt er aus dem Mittelalter. Die kalendarische Berechnung dagegen rührt vermutlich von einem Kalender, der auf dem Mondjahr basiert, her. Denn das Mondjahr ist um elf Tage kürzer als das Sonnenjahr. Die fehlenden zwölf Nächte wurden deshalb als tote Tage zwischen den Jahren bezeichnet. Man glaubte, dass an diesen Tagen die Naturgesetze außer Kraft sind.

Bildquelle: AARGON / Pixelio

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