Die Chronographenkupplung – ein Meisterwerk der Technik

18 Feb 5:26 am

Einfach gesagt ist ein Chronograph eine analoge Uhr mit einer zusätzlich integrierten Stoppuhr, die in vielen Fällen auch Zehntel oder Tausendstel einer Sekunde berechnen kann. Die Art, wie der Stoppsekundenzeiger mit dem mechanischen Uhrwerk verbunden ist, nennt man die Chronographenkupplung. Um dieses kleine Wunderwerk der Präzision zum Laufen zu bringen, gibt es ganz unterschiedliche Methoden.

Wozu braucht es eine Kupplung?

Ein Chronograph und eine Stoppuhr unterscheiden sich auf den ersten Blick kaum, doch ein Blick in ihr Inneres offenbart die Diskrepanz: Die Unruh einer mechanischen Stoppuhr wird mit Start der Zeit in Bewegung gesetzt. Ein mechanischer Chronograph hingegen besitzt auf Grund seiner integrierten Uhr eine ständig funktionierende Unruh. In diese muss sich der Stoppsekundenzeiger einhaken und nach Beenden der gewünschten Zeitspanne wieder aushaken. Dazu braucht es eine sehr akkurate Chronographenkupplung, damit der Besitzer eines Chronographen lange Freude an seiner Genauigkeit und Beständigkeit haben kann.

Die verschiedenen Chronographenkupplungen

Im Allgemeinen spricht man von drei Möglichkeiten der Chronographenkupplungen, der traditionellen, der modernen und der unorthodoxen. Im Folgenden werden diese und ihr Vor- und Nachteile genau erklärt. Die traditionelle, auch horizontale genannte Kupplung verdankt ihren Namen den kleinen Zahnrädchen, die alle auf einer horizontalen Ebene liegen. Eins der Rädchen ist das Chronozentrumsrad, das mit Betätigen des Startknopfs mittels eines Hebels über ein Mitnehmerrad mit dem Sekundenzeiger verbunden wird. Das zwischengeschaltete Mitnehmerrad ist nötig, damit sich der Stoppsekundenzeiger in die gleiche Richtung wie der Sekundenzeiger bewegt. Die Justierung dieser Rädchen und Hebel ist eine schwierige Angelegenheit, die ein hohes Maß an Können von einem Uhrmacher erfordert.

Die horizontale Chronographenkupplung besitzt einen großen Nachteil: Sie verbraucht auf Grund ihrer Bauweise sehr viel Platz im Uhrengehäuse. Deshalb hat Edouard Heuer im Jahre 1887 das Schwingtrieb erfunden. Der Name Schwingtrieb ergibt sich aus den besonders kleinen Zahnrädern mit weniger als 20 Zähnen, welche Triebe genannt werden. Das Schwingtrieb besteht aus einer Welle und zwei Trieben, von denen das untere zu jeder Zeit mit dem Sekundenrad verbunden ist, während das obere nach Bedarf mit dem Chronozentrumsrad verbunden werden kann. Dies geschieht durch ein Kippen der Welle.

Einige Jahre früher entstand die vertikale Kupplung zeichnet sich durch zwei nicht miteinander verbundene Zahnräder aus, die durch Drücken des Startknopfes mit einer kegelförmigen Scheibe verknüpft werden. Das obere Rad ist permanent mit dem Chronozentrumsrad verbunden, welches den Stoppsekundenzeiger trägt, das untere mit dem Sekundenrad. Durch Betätigen der Stoppuhr drückt eine Feder die an dem oberen Rad befestigte Scheibe auf die untere, sodass sie sich beide drehen.

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