Die Alkoholuhr (hat nichts mit saufen zu tun)

27 Nov 10:00 am

Im Lauf der Geschichte wurde die Zeit mit vielen Mitteln abgelesen. Abbrennende Kerzen und Räucherstäbchen ersetzten die Sonnenuhren, die nur an sonnigen Tagen funktionierte. Sanduhren und Wasseruhren waren aufgrund der Trägheit der Massen relativ ungenau. Eine weitere Erfindung sind Alkoholuhren. Zwischen den Jahren 1920 und 1940 forschte die Firma Karl Jauch an diesem Mechanismus. Das Patent wurde anschließend von der Firma Junghans übernommen, die Alkoholuhren in geringer Stückzahl produzierte. Alkoholuhren haben nichts mit gemeinen Auslauffuhren zu tun, da sie bereits über ein mechanisches Uhrwerk verfügen. Der Antrieb des Uhrwerks basiert auf das Prinzip der Ausdehnung des Alkohols bei Erwärmung. Das Uhrwerk wir durch eine Feder angetrieben, die von einem Pulshammer gespannt wird. Der Pulshammer besteht aus zwei Glasröhren, deren Ende je mit einer verwinkelt angebrachten Glasbohne versehen ist. Die Glasröhren sind um 90° gekreuzt auf der Narbe des Antriebs angebracht. Im unteren Bereich des Uhrenkastens befindet sich ein elektrischer Widerstand, der durch Stromzufuhr erhitzt wird. Über dieser Wärmequelle schwebt eine mit Alkohol gefüllte Glasbohne. Diese wird mitsamt dem Alkohol erwärmt, der sich daraufhin ausdehnt und das Glasröhrchen hochsteigt. Am oberen Ende der Röhre kühlt der Alkohol ab und fließt in die obere Glasbohne. Nach einer festgelegten Zeitspanne ist im oberen Teil mehr Flüssigkeit als unten, und das Gebilde bewegt sich um eine viertel Drehung, bis sich beide Bohnen waagrecht gegenüberstehen. Über dem Brenner befindet sich nun die gefüllte Glasbohne des zweiten Röhrchens. Diese Bohne wieder erwärmt und so schließt sich der Kreislauf.

Alkoholuhren sind bei Sammlern unter dem Begriff Puja bekannt. Wahrscheinlich setzt sich der Name aus den Bezeichnungen Pulshammer und Jauch zusammen. Pujas erreichten keinen nennenswerten Marktanteil, da die Siededauer des Alkohols durch die Umgebungstemperatur beeinflusst wird. Die Uhr wird dadurch mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten angetrieben. Darüber hinaus verbraucht sie beim Erhitzen des Alkohols ungefähr so viel Strom wie ein Wärmetauscher aus dem Kühlschrank.

Bildquelle: Thoma Max Müller

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