Der Chronograph – diese Steuerungen gibt es

16 Feb 3:58 pm

Als Chronographen werden analoge Uhren mit Zeitstoppfunktion bezeichnet. Moderne Chronographen verfügen in der Regel über zwei Drücker am Gehäuse, mit denen die Zeiteinheit gestartet, gestoppt und zurückgestellt werden kann. Der erste Drücker ist für das Starten und Stoppen zuständig. Der Zweite setzt die Zeit auf den Nullpunkt zurück.

Schaltrad-Chronographen

Die ersten Chronographen wurden ausschließlich mit Schalträdern hergestellt. Heute gelten sie als prestigeträchtige Luxusklasse und werden vor allem auch aufgrund ihrer aufwendigen Herstellung von Uhrenliebhabern sehr geschätzt. Das Schaltrad besteht aus einem unteren Rad mit Verzahnungen und einem sogenannten Säulenrad. Durch den Start-Stopp-Drücker wird es bei jeder Betätigung um eine Position weiter gedreht. Dabei legt sich ein Kupplungshebel immer zwischen zwei Säulen des Rades. Betätigt man den Startknopf, um die Messung zu beginnen, so wird der Rückstellknopf blockiert und das verzahnte Rad wird durch einen kleinen Haken bis zur nächsten Betätigung weitergedreht. Beim Stoppen wird die neue Position durch eine Fixierfeder festgehalten. Erst wenn der Rückstellknopf gedrückt wird, geht der Zeiger zurück auf Null beziehungsweise zur 12. Schaltradchronographen bieten eine präzise und einfache Bedienung, mit einem kaum wahrnehmbaren mechanischen Widerstand. Der Nachteil liegt im aufwendigen Herstellungsprozess. Bei einem Schaltradchronographen muss jedes Einzelstück in langwieriger und sorgfältiger Handarbeit gefertigt und angepasst werden. Nur wenn alle Teile genau aufeinander abgestimmt sind, kann der komplizierte Mechanismus reibungslos funktionieren.

Die Kulissen- oder Nockensteuerung

Aufgrund der aufwendigen und kostspieligen Herstellung von Schaltradchronographen wurde die Kulissensteuerung entwickelt. Oftmals wird sie auch als Nockensteuerung bezeichnet. Durch eine Hebelfunktion wird die Schaltnocke gesteuert. Der Vorteil dieser Technik liegt in der deutlich günstigeren und einfacheren Herstellung. Die Einzelteile können serienmäßig mittels Stanzen hergestellt werden. Darüber hinaus bietet die Kulissensteuerung eine sehr präzise Funktion. Bereits in den 1920er Jahren tauchten die ersten Chronographen mit Kulissensteuerung auf und wurden seitdem stetig weiterentwickelt.

Handwerkskunst macht Schaltradchronographen zu Prestigeobjekten

In ihrer Handhabung und Präzision unterscheiden sich Schaltrad und Kulissensteuerung kaum. Das Schaltrad bietet einzig einen geringeren mechanischen Widerstand beim Betätigen der Drücker. Für welche Variante, man sich entscheidet, hängt vor allem davon ab, wie viel Geld man investieren möchte. Uhren mit Schaltrad sind teurer, gelten aber als die elegantere Variante der Chronographen. Besonders von Uhrliebhabern werden sie aufgrund der hohen Handwerkskunst sehr geschätzt. Darüber hinaus bietet ein Schaltrad häufig eine schönere Optik als die gestanzten Nockenräder bei der Kulissensteuerung.
Foto: Gereon Balzer / pixelio.de

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