Chronometer: Die Königin der Uhren

05 Nov 12:40 pm

Uhr ist nicht gleich Uhr, das wissen vor allem die Menschen, die auf eine besonders präzise Zeitmessung angewiesen sind. Früher waren das beispielsweise Seeleute oder Flieger, die sich zur Navigation hundertprozentig auf ihre Uhr verlassen können mussten – schließlich hing im Extremfall ihr eigenes und das Leben ihrer Besatzung und Passagiere davon ab. Sie verwendeten dafür Chronometer. Dank der modernen Technik, beispielsweise Mobiltelefone und GPS, sind Chronometer im alltäglichen Einsatz nicht mehr notwendig. Für Liebhaber und Sammler werden diese präzisen Uhren aber nach wie vor hergestellt.Als Erfinder des Chronometers darf der Tischler John Harrison gelten, der sich das Uhrmachen selbst beigebracht hat. Seinen Ehrgeiz hatte ein Preis angestachelt, den die britische Regierung 1714 für denjenigen ausgelobt hatte, der eine Methode entwickelte, mit welcher die geographische Länge exakt bestimmt werden konnte. Mit der Idee, eine präzise Uhr zu verwenden, verärgerte er die etablierten Zeitgenossen, die nach astronomischen Lösungen suchten. Letztlich war Harrison zwar als erfolgreich, seine Idee war jedoch damals nicht wirtschaftlich. Erst John Arnold, der die Methode weiterentwickelte, war erfolgreicher. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs waren Marinechronometer weit verbreitet, im militärischen Bereich sogar noch länger. Erst die Entwicklung von Quarzuhren machte die Chronometer überflüssig.

Zwar bezeichnet der Laie hochwertige und sehr präzise Uhren allgemein als Chronometer, jedoch darf eine Uhr nur dann offiziell als Chronometer bezeichnet werden, wenn sie von einer offiziellen Messstelle geprüft wurde. Eine solche Messstelle betreibt seit 2006 die Wempe KG. Im Prinzip richten sich die Kriterien für die Prüfung nach dem Schweizer Vorbild. Hier darf eine Uhr nur dann mit dem Schriftzug “Chronometer” versehen werden, wenn es den strengen Kriterien des Observatoriums Contrôle officiel suisse des chronomètres entspricht. Die deutsche Prüfstelle der Wempe KG entstand in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Mess- und Eichwesen in Thüringen sowie dem Sächsischen Landesamt für Mess- und Eichwesen.

Bildquelle: Daniel Stricker / Pixelio

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